Poker Slowplaying

Strategie Slowplaying

Worum geht es beim Slowplaying? Nun, das Slowplaying ist eine sehr effiziente Strategie wenn es darum geht, den Pott zu vergrößern. Diese Strategie greift bei der Pokervariante Texas Hold'em. Slowplaying bedeutet im Grunde, dass man trotz einer starken, eigenen Hand zu Beginn checkt und callt, ohne zu raisen. Dadurch kann man in den späteren Wettrunden erheblich mehr Geld gewinnen, welches in den Pott fließt.

Der tiefere Sinn des Slowplaying liegt in der Annahme begründet, dass die Gegenspieler ihre Hände folden werden, wenn man direkt bei Rundenbeginn einen Raise anbringt.

Durch das Slowplaying gibt man die Stärke seines eigenen Blattes nicht preis und motiviert so die Gegenspieler dazu, ebenfalls zu callen oder gar zu raisen, was den Pott natürlich deutlich vergrößert.

Würde man die Stärke seiner Hand durch einen Raise erkennbar machen, würden sämtliche Wetten der Gegenspieler nicht einfließen können, da diese folden werden. Slowplay ist allerdings kein Allheilmittel, denn es gibt genügend Situationen in denen es gefährlich ist, diese Strategie anzuwenden.

 Hat man selbst kein Top-Blatt und es erscheint im Flop eine overcard, so kann man davon ausgehen, dass ein Gegenspieler nun auch seinerseits ein Top-Blatt auf der Hand hält, das einen schlagen kann.


Slowplay ist also nur anzuraten, wenn man eine wirklich starke Starthand hat, mit der man so ziemlich jedes Paar etc. schlagen kann. Man darf aber nie vergessen, dass Slowplay auch das Risiko birgt, dass die Gegner über den Flop, Turn und River ebenfalls starke Hände bekommen.

Bei schwachen Händen fragt man sich, ob man bluffen oder einfach folden soll; bei starken Karten auf der Hand dagegen stellt sich ebenfalls oft Ratlosigkeit ein, weil man nicht weiß, wie man das Spiel nun gestalten soll – aggressiv oder slow, sodass der Gegner nichts von dem starken Blatt erfährt.

Prinzipiell könnte man das Slow Playing beim Poker auch als umgekehrten Bluff bezeichnen: Der Spieler versucht durch Check oder Call den Pot zu maximieren und seine eigene starke Hand zu verstecken, sodass am Ende ein großer Gewinn erspielt werden kann. Würde man zu aggressiv reagieren und einen Raise nach dem anderen spielen, so würden die Kontrahenten schnell die Lunte riechen und ihre Hand folden.

Deshalb bietet sich das Slow Playing vor allem bei sehr starken Händen nach dem Flop an, beispielsweise bei einem Vierling, einem Full House, einer Straight oder einem Flush. Dann bedeutet es Ruhe zu bewahren und eine sehr schlechte Hand zu simulieren, sodass man nur checkt oder callt, jedoch dem Gegner den Raise und den Bet überlässt.

Dadurch kann der Pot extrem hohe Ausmaße erlangen. Und dennoch ist das Slow Play in der Pokerwelt umstritten, da beim Check des Gegners überhaupt kein Geld in den Pot kommt, dafür jedoch die Chancen auf Gewinn für den Gegner mit dem Turn oder dem River steigen. Gerade deshalb sollte man die Slow Playing-Strategie im Poker ausschließlich bei sehr starken, kaum übertrumpfbaren Händen ausführen. Denn dann verhindert man den schnellen Fold der Gegner und die miserable Ausbeute. Besonders geeignet für die Strategie sind sehr aggressive Spieler, die auch mit relativ schwachen Händen raisen und damit den Pot vergrößern. Denn, wenn die Konkurrenz sehr schwache Karten hat, werden Checks ohne Einsatz wahrscheinlich sein, weshalb man hier auf eine aggressive Spielweise umsteigen sollte. Hat der Gegner dagegen eine sehr starke Hand, so läuft man Gefahr, am Ende im Showdown den Pot zu verlieren.