Das Spiel soll häufigen Behauptungen zufolge in Neapel im 16. Jahrhundert erfunden worden sein und der Name seinen Ursprung in einem neapolitanischen Dialekt haben, in dem Baccara Null bedeutet. Das Baccarat Spiel kam gegen Ende des 18. Jahrhunderts in Frankreich auf und verbreitete sich von der Stadt Baccarat hier über die ganze Welt.
Baccarat (deutsch veraltet: Burgambach) ist eine französische Stadt im Département Meurthe-et-Moselle in der Region Lothringen. Im Deutschen hat man die ursprünglich französische Schreibweise Baccara übernommen, eingedeutscht nach der neuen Rechtschreibreform schreibt man wohl Bakkarat.
Trotz dieser Behauptungen bezüglich des hohen Alters, wie man sie auch oft in Spielbeschreibungen von Casinos liest, ist entsprechend den Forschungen von David Parlett das Baccara wahrscheinlich wesentlich jünger und erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstanden.
Baccara wird mit sechs Paketen französischer Spielkarten à 52 Blatt, also 312 Blatt, gespielt. Baccara-Karten tragen keine Index-Zeichen und besitzen gleichmäßig einfarbige Rückseiten ohne Muster. Es werden drei Pakete mit hellrosa und drei Pakete mit hellblauen Rücken verwendet.
Baccarat ist ein Spiel bei dem die Gäste nicht gegen die Bank, sondern gegeneinander spielen. Die eine Partei ist der Bankhalter, die andere Partei sind die Gegenspieler. Gespielt wird um den Einsatz des Bankhalters genannt BANKO, der von ihm ohne Grenze nach oben festgelegt wird. Das Haus setzt nur für jeden Tisch ein Minimum fest.
Der Bankier hat jederzeit Rücktrittsrecht. Der Betrag, um den gespielt wird, liegt immer vor dem Croupier, der das Spiel leitet. Ziel des Spiels ist es, mit zwei oder drei Karten neun Punkte zu erzielen, oder zumindest näher an neun Punkte heranzukommen als der Gegner.
Die Zählwerte der Karten sind: Ass ein Punkt, Zweier bis Neuner zählen zwei bis neun Punkte, Zehner und Bilder jedoch null Punkte. Ergeben die Karten in Summe zehn oder mehr Punkte, so zählt nur die Einerstelle; d. h. hat ein Spieler eine Sieben und eine Fünf, so zählt dies zwei Punkte; hat ein Spieler eine Sechs und eine Vier, so zählt dies null Punkte oder eben "Baccara".
Bankhalter und Gegenspieler erhalten je zwei Karten verdeckt und können auf Wunsch noch jeweils eine dritte Karte offen dazubekommen. Gewinner ist derjenige, der den höheren Punkt hat. Der höchste Punkt ist Neun, der niedrigste Null (Baccarat). Die Zehn und die Bilder zählen Null, die Punktzahl der anderen Karten entspricht ihrem aufgedruckten Wert. Ergibt die Summe der Punkte von zwei oder drei Karten eine zweistellige Zahl, so werden nur die Einer berücksichtigt.
Beispiel: Eine 7 und eine 8 ergeben zusammen 15, Punktzahl = 5. Gewinner ist derjenige, der den höheren Punkt hat. Punktgleichheit bedeutet unentschieden und das Spiel erfolgt von neuem. Bei 8 und 9 werden die Karten sofort aufgedeckt, dadurch kann die Gegenseite keine dritte Karte ziehen. Dies nennt man Schlagrecht. Das Schlagrecht steht sowohl dem Bankhalter als auch der Gegenspieler zu.
Der Bankier kann nur verlieren, was er im Banko hat. Daraufhin erhält der nächste Spieler den Schlitten und ist Bankier. Der Schlitten wird so von einem Platz zum nächsten gereicht, daher auch die Bezeichnung Chemin de fer (Eisenbahn).
Baccara wird in zwei Hauptvarianten in den Casinos angeboten: Baccara chemin de fer und Baccara banque, von diesen beiden Spielweisen existieren noch weitere Variationen. Der leitende Croupier wird beim Baccara Chef de partie oder Tailleur genannt, ihm steht der Changeur, der Jetons wechselt, zur Seite.